CDA KRITISIERT SKANDALÖSE AUSBEUTUNG VON REINIGUNGSKRÄFTEN DURCH UNREALISTISCHE LEISTUNGSVORGABEN

Samstag, 16. September 2017

Michael Krause, stellvertretender Vorsitzender des CDA-Kreisverbandes Bremerhaven und Mitglied des CDA-Landesvorstandes

Trotz verbindlichen Mindestlohnes im Gebäudereinigungsgewerbe fühlen sich viele der mehr als 600.000 Reinigungskräfte ausgebeutet. Zu Recht meint Michael Krause, stellvertretender Vorsitzender des CDA-Kreisverbandes Bremerhaven und Mitglied des CDA-Landesvorstandes. Krause: „Es kann nicht sein, dass in einer Branche so häufig soziale Standards wie der Mindestlohn und das Arbeitszeitgesetz systematisch zu Lasten der Beschäftigten umgangen werden. Daher trete ich dafür ein, die Ursachen für diese Art von Lohndumping zu bekämpfen."

Notwendig nach Auffassung von Krause und der CDA sind verbindliche Richtlinien, die realistische Leistungsvorgaben bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen für Gebäudereinigung gewährleisten, so dass die Reinigungskräfte auch entsprechend ihres tatsächlichen zeitlichen Einsatzes entlohnt werden.

Die Entlohnung der Beschäftigten im Gebäudereinigungsgewerbe erfolgt in der Regel auf Basis pauschaler Stundenvereinbarungen für die zu reinigenden Gebäude oder Gebäudeteile, d.h., den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird vorgegeben, wie viele Hotelzimmer, Krankensäle oder Büroräume sie in welcher Zeit zu putzen haben. Aufgrund der häufig unrealistischen Bemessung dieser Leistungsvorgaben sind die Reinigungskräfte entweder zum „Turboputzen“ gezwungen, bei dem Qualitätsvorgaben nicht eingehalten werden oder sie müssen unbezahlt länger arbeiten, um ihre quantitativen und qualitativen Vorgaben einhalten zu können, was zur Folge hat, dass ihr Stundenlohn sinkt und der Mindestlohn unterlaufen wird. Bei Neuvergaben von Reinigungsdienstleistungen müssen die Reinigungskräfte zudem mit einer Verschlechterung von Arbeitsbedingungen und Entlohnung rechnen, da bei Ausschreibungen der Preis entscheidet, so dass aus Wettbewerbsgründen von Bietern häufig höhere Leistungsvorgaben akzeptiert werden müssen, wenn sie den Reinigungsauftrag be- bzw. erhalten wollen.

Die CDA wendet sich dagegen, dass die öffentliche Hand als Auftraggeber solche Praktiken durch die gängige Ausschreibungspraxis noch selbst fördert. Sie fordert daher verbindlichen Richtlinien für eine realistische Bemessung von Leistungszahlen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen für Gebäudereinigung Zur Orientierung kämen nach Auffassung der CDA dabei die Leistungszahlen des RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e.V. in Betracht.