CDA ERINNERT AN DEN VATER DES DEUTSCHEN WIRTSCHAFTSWUNDERS LUDWIG ERHARD

Donnerstag, 26. Januar 2017

Erhards 1957 erschienenes Buch "Wohlstand für Alle"

Die CDA erinnert an den Vater der des deutschen Wirtschaftswunders Ludwig Erhard, der vor 120 Jahren am 04.02.1897 geboren wurde und vor 40 Jahren, am 05.05.1977 verstarb. Ludwig Erhard war von 1949 bis 1963 erster Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland und von 1963 bis 1966 Bundeskanzler. Er hat in dieser Zeit die von Prof. Alfred Müller-Armack entwickelte Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung durchgesetzt und in seinem 1957 erschienenen Buch „Wohlstand für Alle“ populärwissenschaftlich bekanntgemacht. Mit dem Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der BRD und der DDR vom 8. Mai 1990 wurde die Soziale Marktwirtschaft für das wiedervereinigte Deutschland auch formal als wirtschafts- und ge- sellschaftspolitisches Ordnungsmodell festgeschrieben. Soziale Marktwirtschaft ist Wettbewerbswirtschaft. Sie unterscheidet sich von der kapitalistischen „freien“ Marktwirtschaft dadurch, dass sie dem Wettbewerb einem Ordnungsrahmen unterwirft. Die Gestaltung dieses Ordnungsrahmens ist Aufgabe des Staates, der sich dabei vom Gemeinwohl zu leiten lassen hat. Ziel der Sozialen Marktwirtschaft ist die personale Entfaltung der Bürger. Die Alternative der Sozialen Marktwirtschaft zum Klassenkampf in der „freien“ Marktwirtschaft und zum kollektiven Zwang der Zentralverwaltungwirtschaft heißt Sozialpartnerschaft. Tarifautonomie, Mitbestimmung und Mitbeteiligung als konkrete Ausdrucksformen der Sozialpartnerschaft sind damit ebenso wie Wettbewerb unverzichtbare Bestandteile Sozialer Marktwirtschaft. Dank der Sozialen Marktwirtschaft hat Deutschland die internationale Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007-2009 schneller und besser als andere Staaten überstanden. Mit Sorge registriert die CDA, dass trotz siebzigjähriger erfolgreicher Geschichte die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft als gesellschaftliches Ordnungsmodell sinkt. Eine Ursache für das nachlassende Vertrauen vieler Bürger sieht die CDA in der zunehmenden Globalisierung, die von Neo-Liberalen als Vorwand genutzt wird, um unter Verweis auf die Notwendigkeit der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft den Abbau von Arbeitnehmerrechten und Sozialstandards zu propagieren. Eine weitere wesentliche Ursache sieht die CDA in der bestehenden Ungleichheit in der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland, mit einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich sowie in der im internationalen Vergleich geringen Chancengleichheit und sozialen Durchlässigkeit. Hierfür ist jedoch nicht die Soziale Marktwirtschaft, sondern die Politik verantwortlich. Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard, haben von Anfang an betont, dass es sich bei der Sozialen Marktwirtschaft um ein „offenes System“ handelt, und nicht um eine dogmatische Lehre. Es bedarf daher keiner „Neuen“ Sozialen Marktwirtschaft, wie sie die von Arbeitgeberverbänden mit einem Millionen-Etat finanzierten „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft propagiert oder einer „Ökologischen-Sozialen Marktwirtschaft“, wie sie das gleichnamige Forum anstrebt. Notwendig ist vielmehr die ständige Anpassung der Sozialen Marktwirtschaft an neue Herausforderungen. Das diese erfolgt, dafür wird sich die CDA auch weiterhin einsetzen.